Freude am Glaubensgespräch

Das Thema "Der Tod ist nicht mehr sicher - Christliche Zu-MUT-ungen in der Fastenzeit" war Gegenstand der Ökumenischen Gespräche 2013.

1. Gesprächsabend

Der erste Gesprächsabend fand am 19. Februar im St. Nicolai-Gemeindesaal statt und befasste sich mit der Frage "Was Menschen heute über Sterben und Tod denken".

Pfarrer Harald Volkwein von der katholischen Heilig-Geist-Gemeinde hatte sich am Rosenmontag vor das Sarstedter Rathaus gestellt und insgesamt 12 Personen dazu befragt. Wie erwartet bekam er die unterschiedlichsten Antworten und stellte am Ende fest, dass es nichts mit dem Alter zu tun hat, ob sich jemand mit Sterben und Tod auseinandersetzt. Dass Menschen mit zunehmendem Alter religiöser oder transzendenter werden, scheint ebenso wenig belegt zu sein wie die Annahme, dass Jugendliche oberflächlich sind. Vielmehr spielen die eigene Betroffenheit, Krankheit oder Tod von Angehörigen eine Rolle. Bis auf eine Ausnahme sprach kein Befragter von christlichen Hoffnungsbildern in Bezug auf ein mögliches Leben nach dem Tod.

Pastor Volkwein recherchierte darüber hinaus im Internet. Ein Palliativmediziner schrieb in einem Artikel, dass es erstaunlich viele Parallelen zwischen dem Geburts- und Sterbevorgang gibt. Beide laufen am besten ab, wenn sie durch ärztliche Eingriffe möglichst wenig gestört werden.

Während der Diskussionen der Teilnehmer untereinander kam plötzlich die Frage auf: "Wo waren wir, bevor wir auf die Erde kamen?" Pastor Volkwein berichtete dazu von einem Gespräch, das eine Ordensschwester zwischen Kindern gehörte hatte. Ein kleines Mädchen fragte ihren Bruder, wo sie eigentlich war, als sie noch nicht da war. Der Bruder antwortete: "Beim lieben Gott". Was sie da wohl gemacht habe, wollte das Mädchen wissen. "Weiß ich doch nicht" bekam sie zur Antwort. "Aber ich weiß es" erklärte die Kleine. "Ich habe da so viel Glück gesammelt, dass es für mein ganzes Leben reicht".

2. Gesprächsabend

Eine Woche später, am 28. Februar, hielt unser Vorsteher, Evangelist Thomas Sperling, beim zweiten Gespräch im Gemeindesaal Heilig-Geist den Kurzvortrag zum Thema "Wer ist Jesus: damals – heute – für mich?".

Zunächst schilderte er das Leben Jesu, das nicht von Ruhe und Bequemlichkeit geprägt war, sondern vom heiligen Eifer, den Menschen das Heil für ihre Seele nahezubringen. Er tat dies in Vorträgen, Gesprächen, Predigten, bei konkreten Handlungen, Wundertaten, er lehrte und vermittelte Lebensbilder in Gleichnissen. Der Evangelist stellte die Frage in den Raum, was Jesus bei den Menschen damals auslöste. Auch Jesus wollte von seinen Jüngern wissen, was die Menschen sagten, wer er sei und stellte die gleiche Frage schließlich auch seinen Jüngern.

Im Bezug auf das Opfer Jesu sagte Evangelist Sperling: "Weil du es ihm wert bist, wählte er die Nägel". Dann nahm er ein Stück Holz und schlug mit einem Hammer darauf. Dieses Geräusch ging den Anwesenden durch und durch und wurde als körperlich schmerzhaft empfunden.

Im Laufe des weiteren Abends beschäftigten sich die Teilnehmer in Gesprächen mit dem Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus.

3. Gesprächsabend

In unserer Kirche wurde der letzte Gesprächsabend am 12. März durchgeführt. Manfred Köhler, vom ökumenischen Arbeitskreis fasste noch einmal die Inhalte der vorangegangenen Abende zusammen.

Das Kurzreferat hielt Pastor Peter Borcholt von der evangelischen St. Paulus-Gemeinde. Er sprach "Von der Wirklichkeit der Auferstehung".

Tod und Auferstehung gehörten zusammen – und doch gehörten sie nicht ganz zusammen, denn der Tod sei nicht erstrebenswert, erklärte Pastor Borcholt. "Gott ist ein Gott des Lebens. Er will das Leben und nicht den Tod", sagte er. Gott könne vom Tod erretten, aber nur wer mit Christus im Leben verbunden sei, könne es auch im Tod sein.

Als Gesprächsgrundlage für die anschließende Diskussion dienten die Verse 35 bis 49 des 1. Korintherbriefes. Dieser Text war vielen Anwesenden in dieser Form unbekannt und warf etliche Fragen auf.

In allen drei Diskussionsabenden gab es keinen Konsens. Dieser war auch nicht erwartet worden. Das Ziel war es, dass alle Gruppen miteinander ins Gespräch kamen – und das war vollends gelungen.

Nach dem offiziellen Ende des letzten Gesprächsabends, sahen sich noch etliche Interessierte die Räumlichkeiten unserer Kirche an.

G.S.