Frieden stiften

Am Sonntag, dem 7. Juni 2026, hielt Apostel Ralf Vicariesmann einen Festgottesdienst für die Gemeinden Sarstedt und Hildesheim, der durch besondere Handlungen (Ordinationen, Ernennungen, Ruhesetzung und Goldene Hochzeit) geprägt war.

Gleich mit seinen ersten Worten am Altar knüpfte unser Apostel in sehr schöner Weise an den voraufgegangenen Sonntag (Trinitatis) und den an diesem Tag zu uns übertragenen Gottes­dienst des Stammapostels aus Stendal an, als er sich im Eingangsgebet an den dreieinigen Gott wandte und sich – gemeinsam mit der Gemeinde – für den freien Platz in der „Tisch­gemeinschaft“ mit Gott bedankte und für das göttliche Wunder, dass für jeden von uns der „erste/beste“ Platz an der göttlichen Tafel bereitgehalten werde.

Der Apostel diente mit dem schönen Wort aus Matthäus 5, 9:

„Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“

Er wies zunächst darauf hin, dass dieses Wort aus der Bergpredigt stamme und dass wir bei dieser Bezeichnung denken könnten, dass da eine fröhliche Schar einen Ausflug in eine liebliche, hügelige Gegend gemacht und dann auch noch eine schöne Predigt von Jesus Christus gehört habe. Tatsächlich sei es aber wohl eine eher karge und schroffe Gegend gewesen, in die man sich damals zurückgezogen habe, um sich in Ruhe mit dem Göttlichen zu beschäftigen. Das sei durchaus ein Beispiel für unsere heutige Zeit: Auch wir seien gut beraten, uns an einen ruhigen Ort, abseits von der Hektik des Alltags, zurückzuziehen, um Gott zu begegnen, sein Wort zu hören und uns mit seinem Willen zu beschäftigen.

Mit Blick auf das Bibelwort betonte der Apostel die Wechselwirkung zwischen den beiden Begriffen „Gotteskind“ und „Friedensstifter“: Einerseits sagt der Sohn Gottes in der Berg­predigt, dass diejenigen, die Frieden stiften, weil sie dies tun „Gottes Kinder heißen“. Andererseits verweist Jesus im Gespräch mit Nikodemus (vgl. Johannes 3, 1-3) auf die Notwendigkeit der Wiedergeburt (aus Wasser und Geist), die uns die Gotteskindschaft vermittelt. Diese aber führt dann – durch das Wirken Heiligen Geistes in uns – dazu, dass wir Frieden stiften, dass wir das Bedürfnis und den Mut haben, Unfrieden zu beseitigen und Konflikte zu lösen, indem wir den ersten Schritt auf den anderen zu tun und uns eben nicht mit „faulen Kompromissen“ („Du hast Recht und ich hab‘ meine Ruhe“) zufriedengeben. Ein „Friedensstifter“ zeichnet sich nach den Worten unseres Apostels auch dadurch aus, dass er den Mut hat, eigene Fehler zu bekennen und sie – soweit möglich – wieder gutmachen zu wollen. Als Beispiel hierfür wies der Apostel auf den Zöllner Zachäus hin, der zunächst großes Unrecht begangen habe, nach seiner Begegnung mit dem Sohn Gottes aber zur Einsicht und Umkehr kam (vgl. Lukas 19, 1-8).

Der Apostel bat die Bezirksevangelisten Wolfgang Christmann und Thomas Sperling aus dem Bezirk Hannover-Südwest, die er als langjährige Weggefährten von Priester Gerhard Scharf zu dessen Ruhesetzung und Goldener Hochzeit nach Hildesheim eingeladen hatte, um kurze Co-Predigten.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls erhielten die Gemeinden Hildesheim und Sarstedt jeweils einen neuen Vorstehervertreter und es wurden für Sarstedt zwei Diakoninnen und für Hildesheim eine Diakonin ordiniert. Priester Scharf wurde als Priester und Vorstehervertreter zur Ruhe gesetzt, zugleich aber beauftragt, weiterhin mit Kranken Heiliges Abendmahl zu feiern, Trauergottesdienste zu halten und bei Bedarf Heiliges Abendmahl auszuteilen.

Am Ende des Gottesdienstes empfingen Renate und Gerhard Scharf den Segen zu ihrer Goldenen Hochzeit. Anschließend luden sie die große versammelte Gemeinde ein, dieses Ereignis noch gemeinsam in der Kirche zu feiern.